In der kroatischen Provinz: Osijek

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In der kroatischen Provinz: Osijek

Beitrag  fischefüttern am Sa 27 Okt 2012, 09:43

Gut hunderttausend Einwohner hat die im ersten Eindruck provizial wirkende ostkroatische Stadt Osijek. Mit ihrer Gliederung in ein mehr oder weniger urbanes Zentrum mit Einkaufsstraße und weiter draußen liegenden Trabantensiedlungen sowie einen am Rande des Zentrums liegenden Bahnhofs steht sie hiesigen Städten vergleichbarer Größe in nichts nach.

Strukturell erinnert die Straßenbahn in Osijek an Gera - mit der Hauptachse, die den Bahnhof nicht erreicht und dennoch in dichtem Takt bedient wird und der Ergänzungsstrecke, die das Netz mit dem zumeist wichtigsten Anschluss an überregionale Verkehrsströme (sprich Bahnhof und Busbahnhof) anschließt, die aber netzweit eher ein Schattendasein fristet.

Der Bildbericht startet an der genannten Hauptstrecke, die von Višnjevac im Westen nach Zeleno Polje im Osten durch die Stadt und das Zentrum führt.



Zum Einsatz kommen hauptsächlich umgebaute, solo fahrende Tatra T3. Die Wagen sind vor allem im Innern komplett modernisiert und haben eine neue Frontpartie erhalten. Auf eine Anpassung für einen barrierefreien Einstieg wurde jedoch verzichtet. Dafür besitzen die Wagen ein modernes Fahrgastinformationssystem und eine sehr gute Beschallungsanlage.



Wie auch in Zagreb liegen die Richtungsgleise nicht in der Mitte der Fahrbahn, sondern jeweils außen neben der Straße, zumeist als eigener Gleiskörper ausgestaltet.



Als zweiter Fahrzeugtyp sind in Zagreb westdeutsche Gelenkwagen unterwegs, die hier bereits an ihren dritten Einsatzort fahren. Die Wagen vom Typ GT6 und GT6-Mannheim waren bereits in Zagreb unterwegs, dorthin sind sie aus Mannheim gekommen.



Während diese Wagen mehr oder weniger künstlerisch gestaltet wurden, sind die modernisierten T3 mit oftmals großflächiger Werbung beklebt, die keine Fenster auslässt.





Werktags wird auf der Hauptstrecke alle 8 Minuten gefahren. Fahrplanaushänge gibt es prinzipiell keine, nur an ein oder zwei Haltestellen waren welche zu finden.





Im Zentrum kann in die Linie 2 umgestiegen werden. Diese umfährt die unmittelbare Innenstadt, erschließt die südlich der Bahntrasse gelegenen Stadtteile sowie über eine Neubaustrecke die Trabantensiedlung im Südosten der Stadt.







Aus Kostengründen wurde die im Jahr 2009 eröffnete Neubaustrecke eingleisig angelegt. An einigen Haltestellen besteht eine Ausweichmöglichkeit.







Auf dem Rückweg führt die Strecke am Busbahnhof und am Bahnhof vorbei, bevor sie sich in der Fußgängerzone wieder in die Stammstrecke eingliedert. Auf der Linie 2 waren während unseres Besuchs nur die modernisierten T3 anzutreffen.





Weiter geht es vom Zentrum aus in Richtung Zeleno Polje.











Am Ende der Strecke angekommen endet mein Bildbericht.



Osijek war sicherlich einer der exotischsten Betriebe die ich je kennen lernen durfte, gemessen an der Entfernung von Berlin aus im Verhältnis zum Betriebsumfang. Auf jeden Fall interessant.

Very Happy
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